Im Oktober 2017 brachte mich eine Bildungsreise nach New York City. Beim Vorbereitungstreffen wurde ich vom Reiseleiter Dr. Herbert Scherer gefragt, ob die Möglichkeit bestünde einen Drum Circle in "The Door", dem größten Jugend- und Alternativzentrum in New York zu organisieren. Ich sagte von Herzen ja und nahm die Herausforderung an.

An dieser Stelle war ich dankbar, dass ich seit vielen Jahren Mitglied in der weltweiten Drum Circle Facilitator Guilde (DCFG) bin. Ich kontaktierte John Fitzgerald in Kalifornien und schilderte ihm die Situation, denn ich brauchte auf jeden Fall Unterstützung und Equipment. Nach kürzester Zeit meldete sich die wunderbare Mary Knysh aus Pennsylvania und erklärte sich sofort bereit, meine Idee, mein Vorhaben, meinen Herzenswunsch zu erfüllen. Sie reiste tatsächlich mit ihrem Van, der vollgepackt war mit den unterschiedlichsten Instrumenten, nach New York City - Lower Manhattan, Broome Street - an. Nun stand ich vor "The Door" in einer der typischen New Yorker Straßenschluchten und wartete auf Mary. Kurz kam mir der Gedanke, ob das hier alles real ist oder ich das vielleicht nur träumte... 
Nein es war die Wirklichkeit. Pünktlich kam Mary um die Ecke . Mit Unterstützung des freundlichen Personals von "The Door" packten wir das Equipment aus und bauten den Drum Circle im Spiegel-Tanzsaal auf.

Es war zauberhaft zu erleben, wie Mary und ich ohne große Absprache das Set-up fertig hatten. Wir kannten uns nicht persönlich, genossen aber beide viele Workshops, Trainings und Fortbildungen mit Arthur Hull und so wussten wir, wie wir den Drum Circle aufbauen wollten. Es ging alles Hand in Hand.

Nun war es 3pm. So langsam stieg die Aufregung! Die ersten Teilnehmenden kamen in den Tanzsaal und setzten sich an die Trommeln, begannen zaghaft auszuprobieren und wurden immer mutiger. Es folgten energiegeladene und laute und längere Trommeleinheiten mit viel Spaß und Freude. Wir moderierten, ließen Freiräume für Improvisation... doch irgendetwas lag in der Luft.

Mary und ich spürten, dass es an der Zeit war, den energetisch aufgeladenen Drum Circle in etwas ruhigere, melodische Sequenzen zu transformieren. Mary stand auf, ging in die Mitte und mit Erfahrung und Charme motivierte sie die Jugendlichen lediglich den Herzschlag zu trommeln. Der Tanzsaal war gefüllt mit einem tiefen: Bum    Bum   und einer langen Pause. Hier kreierte Mary den sogenannten "Space". Es war sehr beeindruckend, wie sich die jungen Menschen darauf einließen und selber beeindruckt waren, wie nun der Raum mit tiefen Bass-Schlägen gefüllt wurde.

Mary packte ihre Handpan, die man mit Schlägeln spielen konnte, aus, stellte diese in die Mitte auf eine Versa-Drum und improvisierte Melodien zwischen den "Herzschlägen". Wow, dachte ich nur! Das sind genau die Momente warum ich meine "Arbeit" als Drum Circle Moderatorin aus tiefstem Herzen liebe. "Gänsehautmomente".

Wir motivierten nun gemeinsam die Jugendlichen in die Mitte zu kommen und das neue Instrument auszuprobieren. Sie waren mutig, spielten drauf los, ließen sich auf die Gruppe ein, hörten aufeinander und nahmen die unterschiedlichen Dynamiken war. Einzelne improvisierten auf ihren Trommeln und Perkussionsinstrumenten dazu. Andere wiederum nahmen die Melodien der Handpan auf und improvisierten mit ihrer eigenen Stimme bezaubernde Melodien! Wir saßen alle da und genossen diesen Moment...

Nach einer Weile spürten wir, das die Jugendlichen nochmals loslegen wollten und wir leiteten die leise, melodische Sequenz über in einen schneller und auch auch lauter werdenden fulminanten Abschluss! Stop-cut - Applaus - Lächeln - Hugs!

Gerne möchte ich Mary Knysh aus tiefstem Herzen danken - auch für die tollen Gespräche, den intensiven Austausch und das leckere Essen in Little Italy - mitten in Manhattan. A dream came true!

Mein Dank geht auch an:

John Fitzgerald - der mein Anliegen und meinen Wunsch in die Community trug und die Kontakte vermittelte!
The Door und alle Teilnehmenden und Mitarbeitenden - ihr habt echt gerockt!
Jörg Farys - der diesen Moment so wunderbar fotografisch festgehalten hat

Ricarda Raabe

Berlin im Dezember 2017

 

Guten Tag lieber Blog-Besucher, liebe Blog-Besucherin,

schön, dass Sie hier sind. Ich werde von Zeit zu Zeit etwas über meine Erfahrungen zum Thema Drum Circle, Rhythmus und verschiedene Rhythm Based Angebote berichten. Aber auch Ideen, Erfahrungen und Visionen teilen - oder mal auf einen wichtigen Artikel hinweisen

Des öfteren werde ich gefragt, wie bist Du eigentlich zum Trommeln und zur Drum Circle Idee gekommen?

Anfang der 1990er Jahre besuchte ich an einem Abend im Spätherbst meinen ersten Trommelkurs. Ich betrat den Raum, bekam eine Djembe vor meine Knie gestellt und los ging es. Ich war begeistert!

Doch gleich am Tag danach stellte ich mir die Frage: Was passierte da? Mit mir - mit den anderen? Wow!
Trommeln, so dachte ich, ist weitaus mehr als nur Trommeln!
Bis heute kann ich mich an dieses Gefühl erinnern, wie es ist gemeinsam mit anderen auf einer percussiven Welle getragen zu werden. Diesen Moment trage ich bis heute in mir, in meinem Herzen.

Nach einigen Jahren Djembe-, Samba- und Conga-Unterricht kam ich ich als geladene Dozentin durch Zufall auf die Drum Circle Methode. Ich sollte in einem Workshop eine leichte Samba vermitteln. Ich fühlte mich super vorbereitet und ging Richtung Seminarraum. Auf dem Weg dorthin hörte ich die Teilnehmenden schon wunderbar trommeln. Ok, dachte ich, mal schauen, was mich erwartet. Ich ging rein und da tobte das Leben. Etwa 25 Menschen zwischen 40 und 70 Jahren rockten den Raum, obwohl es alles Anfänger*innen waren. Ich ließ das sofort mit meiner vorbereiteten Samba und moderierte intuitiv diesen Trommelkreis von der Mitte aus. Abends kam ich nach Hause und dachte: was ist da nur wunderbares geschehen? Nächte der Recherche brachten mich dann zu KALANI, der ein wunderbares Buch der ersten Stunde publiziert hat und später zu Arthur Hull, ein großartiger Lehrer und Ideengeber dieser Methode. Nun hatte das was ich gemeinsam mit den Teilnehmenden so grandios erlebt  hatte einen Namen: Drum Circle!
Und ich dachte, das ist genau das, was ich wollte!
Menschen zusammen bringen. Teams stärken. Lebensfreude pur erleben.

Ich bin immer wieder tief bewegt, wenn Menschen nach einem Drum Circle mit diesem Leuchten in den Augen vor mir stehen, lächelnd, glücklich und zu mir sagen: ich wusste nicht, dass ich soviel Rhythmus habe und es mir so viel Spaß macht mit anderen zu trommeln:

Aus weit über 20 Jahren Erfahrung entwickelte sich schon in den frühen Anfängen mein Motto, dass bis heute für meinen Leitgedanken steht:

Rhythmus verbindet - vitalisiert - verzaubert!

Heute bringe ich auf Tagungen, Open Air Drum Circles  und Konferenzen hunderte Menschen zusammen. Stärke Teams und motiviere Mitarbeitende und Führungskräfte neue Wege zu gehen.

Viva Rhythm!

Danken möchte ich an dieser Stelle all meinen Weggefährt*innen, Freund*innen und Kolleg*innen, die mich begleitet haben. Vor allen Dingen aber den zahlreichen Trommler und Trommlerinnen, von ihnen allen durfte und darf ich immer wieder neu lernen.
Besonderer Dank geht an die Firmen GEWA/REMO und MEINL-VivaRhythm, die mir durch einen hervorragenden und zuverlässigen Instrumenten-Support meine Arbeit in ganz Deutschland ermöglichen, meine Projekte wertschätzen und mich auf meinem Weg vertrauensvoll begleiten.

Ricarda Raabe

Berlin im September 2017

"Ein Team im Rhythmus verbessert die Kommunikation, steigert die Kooperationsbereitschaft und ruft ein Glücksgefühl hervor."
Ricarda Raabe


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